Netzlast Klimatisierung (flächendeckend)
Wachstums-Zusatzlast: flächendeckende Raumkühlung (Wohn- + öffentliche/Gewerbe-Gebäude) mit temperaturgetriebenem Hitzetag-Abendpeak.
Was es ist: ein Wachstums-Szenario (kein e100-Sektor), das die flächendeckende Ausstattung mit Raumklimatisierung als zusätzliche Stromlast obendrauf legt — Wohngebäude *und* öffentliche/Gewerbe-Gebäude. Es modelliert bewusst den Netz-relevanten Effekt: den scharfen Nachmittag/Abend-Peak an Hitzetagen, der antikorreliert zur PV-Erzeugung liegt.
Mengen-Anker: Default 12 TWh/a für »flächendeckend«. Einordnung: Öko-Institut/ISOE rechnen für die *Wohngebäude*-Klimatisierung bis 2050 mit 3–6 % des Haushaltsstroms (~4–8 TWh/a); öffentliche/Gewerbe-Gebäude kommen obendrauf. Heutige Gebäude- + Industriekälte liegt bereits bei ~30 TWh/a (UBA 2014), davon der größte Teil ganzjährige Prozess-/Gewerbekälte. Der Slider (0–30 TWh/a) deckt von »kaum« bis »Vollausstattung mit Klimawandel-Aufschlag«.
Lastform — der eigentliche Punkt: Tagesgewichte folgen realen Cooling-Degree-Days 2025 (CDD = max(0, Tagesmittel − 16 °C), Open-Meteo ERA5 / DWD-kalibriert) → 87 Kühltage, stark auf wenige Hitzetage konzentriert. Innerhalb des Tages ein 24-h-Profil mit Peak um 17 Uhr (thermische Trägheit + Abend-Belegung), das antikorreliert zur PV liegt. Heißester Tag 2025: 27.6 °C (2025-07-02); bei Default 12 TWh/a ergibt das eine Spitzenstunden-Leistung von ~41 GW zusätzlich.
Validierung gegen Literatur: Die arXiv-DE-Studie (2025) findet bei nur 35 % Haushalts-Ausstattung (nur mobile 2,1-kW-Geräte, ohne Gewerbe) während einer Hitzewelle +12,9 GW Spitzenlast um 19 Uhr — antikorreliert zur PV. Hochskaliert auf Vollausstattung inkl. Gewerbe ist die hier modellierte Größenordnung (~35–45 GW am heißesten Tag) konsistent — wobei die lineare Hochrechnung 35 %→100 % selbst eine Vereinfachung ist (siehe Caveats). Der Modell-Peak liegt um ~17 Uhr statt der 19 Uhr der Studie: die arXiv-Kurve ist die reine Einschaltkurve *neu gekaufter Mobilgeräte*, das Modell mischt thermische Gebäudeträgheit (Aufheizen über den Tag) und Abend-Belegung — beides liegt nach dem PV-Mittag, die Antikorrelation zur Solarerzeugung bleibt in beiden Fällen. Der Effekt ist netztechnisch relevant, energetisch (TWh) dagegen moderat — genau diese Asymmetrie bildet das Element ab.
Deckung durch PV & Speicher: durchgerechnet am heißesten Tag (2. Juli 2025, 542 GWh AC-Last) mit dem realen 2025-Solarprofil und dem PV-Bestand Ende 2025 (102,5 GW): PV deckt die Kühllast direkt zu ~57 % (mittags >100 %, bis ~15 Uhr voll). Die verbleibenden ~43 % (232 GWh) sind PV-undeckbar und müssen aus Speicher oder steuerbarer Leistung kommen — davon ~85 GWh reine Nachtkühlung (22–6 Uhr, PV = 0): tropische Nächte kühlen Gebäude nicht ab, die Anlagen laufen mit ~8 GW weiter. Quelle für nutzbaren Überschuss: real abgeregelte PV 2025 lag bei ~1,4 TWh im ersten Halbjahr (Redispatch, +94 % ggü. Vorjahr; Bundesnetzagentur/ZfK), der breitere VRE-Überschuss über der Inlandslast liegt im Modell bei ~6,9 TWh/a (4,8 TWh Mai–Sep). Bei vollständiger Speicherung (80 % Roundtrip) deckte das je nach Abgrenzung ~10–30 % des 12-TWh-AC-Bedarfs (theoret. Obergrenze ~46 %). Kernpunkt: Überschuss und AC fallen auf dieselben Hitzetage, die Lücke ist nur die Abend-/Nachtphase 16–6 Uhr — gefragt ist Intraday-Speicherung über 6–10 h, nicht saisonal. Die 85 GWh Nachtbedarf an *einem* Tag übersteigen den gesamten heutigen Großbatterie-Bestand (~25 GWh) um das Dreifache.
- Verwendung
- Häkchen + Slider in der Last-Gruppe »Wachstum«. Slider 0–30 TWh/a, Default 12 (»flächendeckend«). 0 = aus.
- Verteilung
- Profil: Cooling-Degree-Day-Tageskette aus realen Tagesmitteltemperaturen 2025 (max(0, T − 16 °C)) × 24-h-Tagesgang mit Peak ~17 Uhr. Auf wenige Hitzetage konzentriert, antikorreliert zur PV.
- Formel
- Rechnung je Stunde: Last = Ziel-TWh × 1000 × CDD-Tagesgewicht × Stundenmultiplikator / 24 (GW).
Quellen: Öko-Institut/ISOE (Wohngebäude-Klimatisierung 2020–2050); arXiv 2507.13534 (2025, Hitzewellen-AC-Last DE); UBA Climate Change 25/2014 (Kälteversorgung DE); IEA Future of Cooling; Open-Meteo ERA5 + DWD (Temperaturen 2025).