Kernkraft 100%

Volldispatch-Pfad: Kernkraft als alleinige Säule, lastfolgend wie französisches Modell. Kein PV/Wind, kein H₂-Speicher.

Komposition: Stresstest-Preset. Reine Kernkraft-Säule: ALLE anderen Erzeuger (PV, Wind on, Wind off, Biomasse, Laufwasser, Gas, Kohle) auf 0 — »100 % Kernkraft« heißt wörtlich nur Kernkraft. Kein H₂-Speicher (keine Saisonalität nötig), Import-Cap auf null. Kernkraft lastfolgend im Dispatch — französisches Modell (CF historisch ~0,65-0,70 wegen Lastfolge statt 0,85+ reine Baseload).

Werte (Iteration 3 — Peak-Deckung): Auslegungsformel Kernkraft-GW = Demand × 1,40 / 7,6 (Referenzertrag 7,6 TWh/GW·a ≈ 7.600 Volllaststunden, DE-Bestandskonvoi-Median). Der Cushion 1,40 stellt sicher, dass die Peak-Last direkt aus Kernkraft × Verfügbarkeit gedeckt ist; das saisonale Revisionsprofil (Winter 0,95, Sommertal 0,83) senkt das Angebot bewusst in der lastschwachen Jahreszeit. Frühere Iterationen: 1,30 (zu viel Lastfolge-Drosselung gezählt), 1,10 (Peak-Deckung zu knapp). Bei heutiger Last 466 TWh ergibt das 86 GW, bei Voll-e100 1.808 TWh 333 GW Kernkraft. Speicher: keine Batterie — die lastfolgende Kernkraft übernimmt die Tag/Nacht-Glättung selbst (Frankreich-Modell); Pumpspeicher bleibt 2025-Bestand 9,4 GW / 45 GWh. H₂-Speicher: 0 — Saisonalspeicher entfällt komplett, weil Kernkraft im Winter wie im Sommer ~gleich produziert.

Anwendungsfall: Vergleichsanker zur 100%-EE-Variante. Zeigt, wie viel firme dispatch-fähige Leistung nötig wäre, wenn das System auf einer einzigen Säule ohne EE-Volatilität läuft. WICHTIG: physisch unrealistisch bis 2045. Bei e100-Demand 1.808 TWh (Peak ~302 GW) ergibt die Formel 333 GW Kernkraft = ~200 EPR2-Reaktoren à 1,67 GW. EPR Flamanville-3 brauchte 17 Jahre Bauzeit, Weltrekord-Zubau China ~3-4 GW/a → 333 GW bis 2045 ausgeschlossen. Selbst Frankreichs aggressivstes RTE-N03-Szenario (52 GW Kernkraft 2050) ist nur 50/50-Mix mit EE. Realistisch: Kernkraft-Anteil 20-40 % einer diversifizierten Versorgung; 100 % als Gedankenexperiment.

Hinweis Curtailment: Im netzprobe-Dispatch wird Kernkraft als variable Quelle modelliert (kernkraft_available_gw = installed × availabilityMonthly[Monat]; Winter 0,95, Sommertal 0,83). Das simuliert Lastfolge: bei Demand-Unterdeckung Output unverändert, bei Überschuss wird Output 'curtailed' = gedrosselt. Der angezeigte 'Curtailment'-Wert entspricht damit der Lastfolge-Drosselung (Frankreich-Modell), nicht Verschwendung im EE-Sinn. Die Drosselung ist der Preis des Peak-Cushions 1,40 (heutige Last: 28 TWh Drosselung + 184 TWh Export; Voll-e100: 598 TWh + 219 TWh).

Erzeugungs-Mix
Nur Kernkraft. Alle anderen Erzeuger (PV/Wind/Bio/Hydro/Gas/Kohle) auf 0. Lastfolge analog Frankreich (5 %/min Rampe, Min-Last 30-50 %).
Cushion-Faktor
Auslegung: Jahres-Kernkraft ≥ 1,40 × Demand. Der Cushion deckt Peak-Last direkt aus Kernkraft × Verfügbarkeit (Revisionsprofil Winter 0,95 / Sommer 0,83); überschüssige Energie erscheint als Lastfolge-Drosselung im Curtailment.
Speicher
Batterie: 0 — Tag/Nacht-Glättung leistet die lastfolgende Kernkraft selbst (5 %/min Rampe, Min-Last 30-50 %, Frankreich-Modell ohne Großbatterien). H₂: 0 TWh — keine Saisonalität. Pumpspeicher: 2025-Bestand 9,4 GW / 45 GWh.
Handel
Strom-Import-Cap: 0 GW (autark wie ee-100). Export-Cap: Default — Überschuss kann exportiert werden. Kein H₂-Import.

Quellen: Kalibrierung gegen 3 Experten-Konsens (Mai 2026): Lastfolge-Technik (OECD-NEA 2021, Frankreich-EDF), Studien-Vergleich (RTE Futurs Énergétiques 2050 N03, MIT 2018, IEA NZE 2050), System-Design (Speicher-Sizing für Tag/Nacht-Glättung ohne Saisonalspeicher). Kein veröffentlichter 100%-Kernkraft-DE-Studienpfad existiert — Stresstest-Charakter analog ee-100.