Strom-Außenhandel

Stundenscharfe Import-/Export-Caps und Emissionsfaktor für den grenzüberschreitenden Stromhandel.

Sektor: grenzüberschreitender Stromhandel über die deutschen Kuppelstellen zu acht Nachbarländern (FR, NL, AT, DK, CH, PL, CZ, BE). Im Bezugsjahr 2025 lag der Brutto-Import bei rund 76 TWh, der Brutto-Export bei rund 54 TWh; physikalische Stundenflüsse erreichten Spitzen von 25–30 GW je Richtung. Das Szenario bildet diesen Saldo nicht historisch ab, sondern stellt der Engine zwei harte Stunden-Caps für die Dispatch-Entscheidung bereit.

Mechanik: der Import-Slider läuft von 0 bis 200 GW mit Default 13 GW, der Export-Slider analog mit Default 25 GW (Schrittweite 5 GW); beide Defaults orientieren sich an den realen Stunden-Spitzenflüssen (~25–30 GW je Richtung); die Jahresbilanz des preislosen Dispatch fällt kleiner aus als die reale (siehe Caveat). Importierter Strom wird pauschal mit 300 g CO₂/kWh bilanziert — ein gewichteter Nachbarmix zwischen ~30 g/kWh (CH-Wasser) und ~660 g/kWh (PL-Kohle); Electricity Maps weist für DE-Imports 2024 etwa 250–280 g/kWh aus, der Modellwert liegt wegen erwarteter PL/CZ-Lastflussanteile leicht darüber. Pro Stunde gilt Importemissionen = importGW(t) × 300 g/kWh; Exporte werden der eigenen Bilanz nicht zugerechnet.

Dispatch-Einbindung: in der Engine entscheidet die Stunden-Residuallast über die Aktivierung. Bei Überschuss greift die Kaskade Speicher → Export bis Cap → Curtailment, bei Unterdeckung Speicher → Gas/Kohle-Rampe (2:1) → Import bis Cap → Lastabwurf; heimische Regelbare fahren vor dem flexiblen Import hoch, weil das Modell keine Preise kennt und Versorgungssicherheits-Logik gilt. Das Cap ist statisch über alle 8.760 Stunden; reale NTCs schwanken mit Last, Wartung und Wetter, und die Marginalquelle hinter einer Importstunde kann von schwedischer Wasserkraft bis polnischer Steinkohle reichen. Der Slider erlaubt bis 200 GW für Stresstests jenseits jeder physisch verfügbaren Kuppelkapazität.

Verwendung
Slider: Import-Cap 0–200 GW (Default 13 GW), Export-Cap 0–200 GW (Default 25 GW), Schritt 5 GW. Die Defaults orientieren sich an den realen Spitzenflüssen; der Modell-Lauf ergibt damit 54 TWh Import / 12 TWh Export (real 2025: 76/54 — der preislose Dispatch handelt weniger, siehe Caveat). Das Maximum lässt Kopfraum für Stresstests deutlich oberhalb der real installierten Kuppelkapazität (~25–30 GW).
Verteilung
Dispatch: bei Überschuss Speicher → Export bis Cap → Curtailment; bei Unterdeckung Speicher → Gas/Kohle-Rampe (2:1) → Import bis Cap → Lastabwurf. Caps wirken in jeder Stunde, kein Saisonprofil.
Formel
Rechnung: Importemissionen(t) = importGW(t) × 300 g/kWh. Exporte sind in der eigenen CO₂-Bilanz emissionsneutral.

Quellen: Energy-Charts cross_border_flows 2025 (Import/Export Deutschland); Electricity Maps DE-Imports 2024 (Emissionsfaktor Nachbarmix); ENTSO-E Transparency Platform.